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KunstHof Bockhorn Geschichte

Der Hof

Der Hof
Erstmalig wird die Hofstelle Bockhorn nahe Sulingen in den Hoyaer Urkundenbüchern in der Zeit des Grafen Gerhard des III zwischen 1319 und 1389, wahrscheinlich ab 1340, als eine von zwei Höfen erwähnt (1). Diese lagen zwischen der Sule im Osten und dem Postweg zwischen Bremen und Minden im Westen (s. Karten).

Grundeigentümer waren die Grafen von Hoya, die auch Frondienste und Abgaben von den leibeigenen Bauern erhielten. Häufig wurde das Eigentum auch verpfändet, so auch das Bockhorner: Prof. Hucker hat in seinem Festvortrag am Tag des offenen Denkmals zur Jubiläumsfeier 2014 in Bockhorn die Vermutung geäußert, dass der Name Bockhorn vom Ritter- und Knappengschlecht Wilerus de Bockhorne, urkundlich 1219 erwähnt, stammen könnte, die es als Dienstleute vom Lehnsherren erhalten haben (2). Ab 1460 wurde das Gehöft an einen Koste Vogel verpfändet, dann ging es um 1539 an den Burgmann Johann Bomgarden in Barenburg, der es bis in das 18zehnte Jahrhundert hielt. Weiter erstand es der Bauer Heinrich Plate aus Kleinlessen, um es 1742 gegen seine Leibeigenschaft beim Landesherren einzutauschen, womit er selbst „in den freien Stand“ versetzt wurde und damit die „Befreiung von dem Leibeigentum, den Gefällen, Abgiften und Herrendiensten“ erreichte, wie es in der Urkunde heißt (3). Ab 1830 wurde das Leibeigentum in Hoya durch Zahlung von einer Ablösesumme an den Lehnsherren abgeschafft.

Der Name "Bockhorn" ist niederdeutsch und stammt von Book = Buche und Horn = Spitze (4) ab. Zur weiteren Geschichte und Ausbau s. a. H.J. Jentzsch (5)

Aktuell hat der Hausforscher und Leiter des Bauernhausarchives in Syke, Heinz Ripshoff, das Hofensemble Bockhorn in der von der Landschaft Weser-Hunte geförderten Broschüre der Zweiständer-Bauernhöfe in Niedersachsen beschrieben und wird das noch ausführlicher in seinem im nächsten Jahr erscheinenden Buch vornehmen, was für uns sehr informativ ist und worüber wir uns sehr gefreut haben (6)

Die Denkmalpflege

1987 kaufte die Familie Jentzsch das durch einen Orkan 1972 stark beschädigte und mittlerweile teilweise verfallene Anwesen und baute es in viel Eigenarbeit und mit öffentlichen Mitteln der Denkmalpflege und mittels Unterstützung durch den Bauingenieur Kreitel-Haberhauffe aus Melloh (igb) wieder auf. Zunächst das Haupthaus, das ein Jahr später bezogen werden konnte, dann die Durchfahrtsscheune und Scheune, bis es 1993 weitestgehend saniert war.

Das Hof-Ensemble steht sowohl mit seiner inneren, z. B. dem Bodenbelag aus Weserkieseln im Fleet, als auch der äußeren Bauweise, z. B. den traufenlosen Dächern der Scheunen, unter Denkmalschutz. In der Diele sind bei der Sanierung seinerzeit alte Fundamentsteine gefunden worden, die auf einen Vorbau verweisen, möglicherweise auf den ersten, im 13ten Jahrhundert erwähnten Hof.

Das Haupthaus war bis in die 30iger Jahre des letzten Jahrhunderts noch ein Rauchhaus, hatte also keine Schornsteine und der Rauch der Feuerstelle zog durch das Dach und die Diele ab, was man noch an den geschwärzten Deckenbalken sehen kann. Auch die innen eingezogene Wand zwischen Diele und Fleet, als auch das ziegelgedeckte Dach sind in dieser Zeit gebaut worden.

Bei der Nutzung und dem Ausbau geht es immer auch um den Ausgleich zwischen traditioneller, historischer und zeitgemäßer Nutzung. So haben wir in Abstimmung mit der Denkmalpflege in Diepholz einen neuen Kamin in das Fleet gebaut, der noch an die alte offene Feuerstelle erinnern soll, einen großen Bauerngarten angelegt und die umliegenden Außenanlagen des umwaldeten Grundstücks gestaltet.

Die Kunst

Das Landhaus ist für uns einerseits ein Wohnort mitten in der Natur, das zwar viel Arbeit macht aber auch Balsam für die Seele ist. Er ist auch ein Ort, in dem neue Ideen und interessante Projekte entstehen, die sich kreativ mit Licht, Lehm und Landschaft, aber auch mit Leben, Arbeit und Geschichte beschäftigen und mit vielen Freunden und Künstlern gemeinsam erörtert und bewegt werden. So sind in Bockhorn z.B. Kindertheaterstücke oder Tanzperfomances entstanden.

Der KunstHof Bockhorn bringt Kultur aufs Land. Künstler und ihre Präsentationen können direkt vor Ort gesehen, gehört und empfunden werden, stehen für Gespräche und Informationen bereit und zeigen an Themen unterschiedliche Sichtweisen auf. Neben der künstlerischen Produktion ist auch die Vermittlung von Kunst, das Wissen um das Werk und dessen Kontext ist ein wichtiges Anliegen. Die bisher sehr positive Resonanz der Besucher ist eine wesentliche Triebfeder für uns vom KunstHof!

Die kleinen und größeren Kulturveranstaltungen für die Region, wie zum Beispiel die Musikveranstaltungen im Rahmen des GartenKulturMusikFestivals, aber auch die musikalisch-literarischen Lesungen oder der moderne Tanz, sind ohne die Mithilfe vieler Hände von Nachbarn, Freunden und Unterstützern aus der Landschaft Weser-Hunte oder dem Kommunalverbund nicht machbar. Dafür danken wir!

Umso mehr freuen wir uns über jedes neue Angebot zur Unterstützung unserer Vorhaben. Setzen Sie Sich gern mit uns in Verbindung!

 

Anmerkungen
(1) u.a.: W. Hodenberg, Hoyaer Urkundenbuch, Abt. 1, Heft 4, S. 58
(2) Prof. Bernd Ulrich Hucker, Leben und Arbeit 1714: Bockhorn - zur Geschichte eines kleinen Dorfes (unveröff. Manus., S. 1f, Bockhorn, 2014)
(3) Staatsarchiv Hannover, Sign. Han. 74 Sulingen Nr. 573
(4) aus: Topografischer Atlas für Niedersachsen und Bremen, 1977
(5) H.J. Jentzsch, Der Bauernhof Bockhorn 2 im Kirchspiel Sulingen, 1996, in: Zwischen Hunte und Weser, Heft 29, Juni 1996, S. 32-36, s.a.
Koopmann, Familiengeschichte des Geschlechtes Bockhorn, 1923, unveröff. Manus., Koopmann, Stammbaum der Familie Bockhorn, u.a.
(6) Landschaftsverband Weser-Hunte e.V. (Hrsg.), Heinz Riepshoff, Bauernhäuser in den Landkreisen Diepholz und Nienburg/Weser, 2014, (s.u. Archiv)

Dokumente

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Koopmann 1923
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Stammbaum Linie 1
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Jentsch
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Stammbäume Linie 2
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Hucker
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Karte Bockhorn 1872

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Landschaft Weser-Hunte (Hrsg.) Ripshoff

tanz

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